Das eigentliche Problem ist nicht Unwissen
In 1.050 Beiträgen die letzten Jahre habt ihr immer dann am stärksten reagiert, wenn es ums Nicht-Tun ging — nie ums Tun.
Seit 10 Jahren dokumentiere ich jeden meiner LinkedIn-Beiträge. Hier die Auswertung der letzten 6 Jahre - und ich habe "meine eigentlichen Themen" bewusst ausgeblendet, ich habe nur "meine Wochenend-Themen" genommen. "Meine" ersten drei - Strategie - Führung - Vertrieb - sind mein Handwerk. Das vierte - Digitalisierung/KI - ist das Werkzeug, von dem gerade alle glauben, es sei die Lösung - zu denen gibt's demnächst ne gesonderte Auswertung.
Was übrig bleibt, ist eindeutig: Am lautesten wird es bei Verantwortung, Stillstand, Wertschöpfung, Haltung. Wir nicken alle. Jedes Mal. Und dann passiert — nichts.
Deutschland hat kein Erkenntnisproblem. Wir wissen seit Jahren, was zu tun wäre. Wir haben ein Umsetzungsproblem. Und uns gegenseitig zu applaudieren, wie gut wir die Diagnose kennen, ersetzt das Handeln nicht.
Passend dazu der gestrige FDP-Parteitag. Eine Partei, die sich neu erfinden müsste, hat die Wahl zwischen einem 74-Jährigen und einer 68-Jährigen — und feiert sich für den Aufbruch. Kein Urteil über die Personen. Ein Urteil über das Muster: gleiche Köpfe, gleiche Reflexe, frischer Anstrich.
Wir verwechseln Bewegung mit Veränderung und Applaus mit Fortschritt.
Mein Vorsatz: weniger Diagnose, mehr "ein konkreter Schritt pro Woche". Wer macht mit? Wer fängt an?