Der Mittelstand liefert. Berlin diskutiert.
Vergangene Woche war ich...
...bei drei Mittelständlern in Deutschland unterwegs:
Familienunternehmen zwischen 80 und 600 Mitarbeitern. Maschinenbau, Zulieferer, Spezialchemie. Drei Geschäftsführer, drei verschiedene Branchen, eine fast identische Aussage:
"Wir wissen nicht mehr, wofür wir planen sollen."
In meinem Berufsleben habe ich mit über 1.200 Geschäftsführern, Vorständen und Inhabern persönlich gearbeitet. Hidden Champions, Familienunternehmen, Konzerntöchter, Automotive-Zulieferer, IT-Mittelständler. Sie alle eint eines: Sie liefern. Auch wenn der Wind von vorne kommt. Auch wenn die Politik nicht hilft. Auch wenn die Bank zickt.
Wenn ich diese Menschen mit dem vergleiche, was wir gerade in Berlin sehen, wird mir schlecht.
Eine Bundesregierung im historischen Umfragetief nach einem Jahr im Amt. Eine Migrationspolitik, in der die Ministerin der eigenen Partei öffentlich widerspricht. Eine Rentenreform, die der Kanzler ankündigt und vor dem Widerstand der eigenen Fraktion zurückzieht. Ein 1000-Euro "Geschenk" an die Arbeitnehmer, das die Arbeitgeber bezahlen sollen. Welches kurz darauf zu Recht vom Bundesrat wieder kassiert wird. Ein offener Streit zwischen den Koalitionspartnern über Steuern, Bürgergeld und Sozialreformen. Eine ehemalige SPD-Vorsitzende, die sich gegen Presse- und Meinungsfreiheit ausspricht.
Das ist keine schwierige Phase. Das ist Arbeitsverweigerung mit Pension.
Was fehlt, ist das, was jeder ordentliche Mittelständler spätestens nach drei Quartalen Verlusten lernt: Aufhören zu reden. Anfangen zu liefern. Oder gehen.
Wer an der Spitze einer Organisation ein Jahr lang nicht liefert, verliert das Mandat. Im Aufsichtsrat. In der Familie. Bei den Mitarbeitern. Bei den Kunden. Überall — außer im Berliner Regierungsviertel, wo man sich offenbar gegenseitig versichert, dass es schon irgendwie weitergeht.
Die Mittelständler, mit denen ich arbeite, haben nicht den Luxus, Probleme über vier Quartale zu zerreden. Sie müssen Donnerstag entscheiden, weil Montag die Maschine still steht. Sie haben gelernt, was viele in der Politik nie gelernt haben: dass eine schlechte Entscheidung, die heute getroffen und nächste Woche korrigiert wird, immer besser ist als eine perfekte Entscheidung in zwei Jahren. Und dass Führung weder ein Popularitätswettbewerb noch ein Diskussionsformat ist, sondern eine Bringschuld.
Genau dieses Mindset — Schaffermentalität, Vollzug, klare Verantwortung — bringen wir seit 25 Jahren in Führungsteams. Nicht als Theorie. Sondern als trainiertes Handwerk: Wie man entscheidet, wenn die Lage unübersichtlich ist. Wie man führt, wenn der eigene Laden zerfällt. Wie man Strategie tatsächlich auf den Boden bringt, statt sie auf Folien zu beerdigen.
Falls Sie das in Ihrer Organisation gerade brauchen — Strategie, die ankommt, Führung, die trägt, Vertrieb, der liefert: Ich nehme mir gerne 30 Minuten Zeit für ein Gespräch. Schreiben Sie mir eine Nachricht.
Berlin können wir nicht reparieren. Ihren Laden schon.