Der teuerste Fehler heißt Abwarten

Gastauthor

von Markus Milz

19.05.2026

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„Die Sache liegt aktuell in der Rechtsabteilung. Wir brauchen noch die Freigabe bzgl. Compliance." Dieser Satz,


...den ich in den letzten Jahren so oder ähnlich hundertfach gehört habe, hat mehr Unternehmen ausgebremst als jede Wirtschaftskrise, jede Zinswende und alle Fachkräftemangel zusammen.


Mein Lieblingszitat aus dem managermagazin:


"Amerika innoviert, China produziert, Europa reguliert." Und Deutschland moralisiert.


Der richtige Moment oder die Freigabe für die neue Strategie. Für den überfälligen Personalwechsel. Für den KI-Piloten. Für das Gespräch mit dem Gesellschafter, das keiner führen will.


Ich sage es so deutlich, wie ich es meine: Den richtigen Moment gibt es nicht. Es gibt den Moment, in dem man es tut – und den Moment, in dem man später erklären muss, warum man es nicht getan hat.


Was ich in Vorständen und Geschäftsführungen immer wieder erlebe:


→ Man nennt es „Sorgfalt", wenn man die Entscheidung das vierte Mal vertagt.


→ Man nennt es „Risikomanagement", wenn man wartet, bis der asiatische Wettbewerb vorlegt.


→ Man nennt es „Rechtskonformität und Compliance", wenn die eigentlich Verantwortlichen die Entscheidung scheuen.


→ Man nennt es „Konsens suchen", wenn niemand mehr „echte Führung“ zeigt.


Das ist keine Vorsicht. Das ist Stillstand mit guter PR.


Die unbequeme Wahrheit: 41 % der Menschen starten nie, weil sie Angst haben zu scheitern. In Unternehmensleitung und Vertrieb sind es aktuell gefühlt 80%!!!


Die teuersten Aufträge sind nicht die, die wir verloren haben. Es sind die, die wir nie angefragt haben.


Die teuersten Strategien sind nicht die, die gescheitert sind. Es sind die, die nie zur Entscheidung kamen.


Die teuersten KI-Projekte sind nicht die, die nicht skaliert haben. Es sind die, die noch immer „evaluiert" werden, während der Markt schon weiterzieht.


Deutschland hat 80 Jahre Wohlstand aufgebaut, weil Unternehmer entschieden haben, BEVOR alles abgesichert war. Heute sichern wir ab, BEVOR wir entscheiden. Und wundern uns, dass uns andere überholen.


Angst hat ein Verfallsdatum. Spätestens, wenn der Wettbewerber es vor Ihnen macht. Reue nicht.


Mein Test für Entscheider, den ich seit Jahren mitgebe: Schreiben Sie heute Abend die drei Entscheidungen auf, die seit über sechs Monaten in Ihrem Kopf oder in internen Papieren kreisen oder zur Freigabe anstehen.


Streichen Sie die, bei denen die Datenlage wirklich noch nicht reicht.


Was übrig bleibt, ist meistens keine Frage von Fakten. Es ist eine Frage von Mut.


In zehn Jahren werden Sie nicht über die Entscheidungen nachdenken, die schiefgegangen sind. Sie werden über die nachdenken, die Sie nie getroffen haben.


Welche steht bei Ihnen seit Monaten auf der Liste?


P.S. Wer diesen Weckruf seiner Mannschaft mitgeben will – auf dem Vertriebskickoff, dem Strategietag oder vor der nächsten Führungsrunde: Gerne hier melden.