Ein Land, das sich nicht liebt, verteidigt sich nicht
„Schade eigentlich, …
…dass wir so etwas nicht tragen können - ohne befürchten zu müssen vom Verfassungsschutz ins Visier genommen oder zumindest gesellschaftlich in die rechte Ecke gerückt zu werden“ sagte meine Frau eben zu mir, als beim Abendessen neben uns ein offensichtlicher amerikanischer Patriot saß.
Wir sind in den letzten Wochen 2.000 Meilen durch die Südstaaten der USA gefahren und haben gefühlt ebenso viele Stars and Stripes gesehen. In jedem Dorf rechts und links des Highways sieht man die US-Flagge zu Dutzenden wehen – Stolz aufs Vaterland ausdrückend.
Wann und warum haben wir uns ein Denken in schwarz-rot-gold eigentlich verboten? Nach dem Fußballmärchen 2006?
Legendär sind die Bilder der CDU-Party nach der gewonnenen Bundestagswahl 2013: Generalsekretär Hermann Gröhe bekommt eine Deutschland-Fahne in die Hand gedrückt und möchte damit winken. Angela Merkel nimmt sie ihm weg und legt sie mit angewidertem Blick beiseite (Link s. Kommentar).
2010 schrieb Robert Habeck in seinem Buch „Patriotismus. Ein linkes Plädoyer“ „Vaterlandsliebe fand ich stets zum Kotzen. Ich wusste mit Deutschland nichts anzufangen und weiß es bis heute nicht.“ Nach der verlorenen Bundestagswahl sucht er dann folgerichtig das Weite, „Annalena Baerbock und Robert Habeck flüchten aus ihrem grünen Wirtschaftswunderland und dem importierten Klein-Kabul“, wie WELT am 14.07.2025 schreibt.
2022 nennt die Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung Ferda Ataman Deutsche ohne Migrationshintergrund dann „Kartoffeln“.
Was ich mich frage:
Wie soll ein wehrhaftes Deutschland funktionieren, wenn wir uns schwertun, dieses Land überhaupt liebenswert zu finden? Warum sollte jemand dieses Land verteidigen wollen, wenn ihm ständig erklärt wird, dass Distanz die moralisch bessere Haltung ist?
Wir können Milliarden in Ausrüstung und Verteidigungsfähigkeit investieren – am Ende braucht es Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Menschen, die sagen: Dieses Land ist es wert, dass ich dafür einstehe.
Gleiches gilt für Ehrenamt, Katastrophenschutz oder Sport & Leistungskultur: Nationalmannschaften entfalten Kraft, wenn Stolz verbindet und motiviert – sichtbar beim Singen der Hymne.
Auch Integration muss so scheitern: Wer selbst keine positive Beziehung zum Land hat, kann sie auch schwer anderen vermitteln.
Mein Fazit:
Man kann umweltbewusst denken, ohne grün zu sein.
Man kann sozial denken, ohne links zu sein.
Und man kann seine Heimat und seine Kultur lieben, ohne rechts zu sein.
Es ist Zeit, Patriotismus neu zu denken – nicht laut, nicht aggressiv, sondern verantwortungsvoll, verbindend und selbstbewusst.
Und: Was wäre die Alternative?
Auch wenn ich ein großer Freund der europäischen Idee bin - DIESE EU, zerstritten, überbürokratisch und in großen Teilen korrupt – wird von niemandem geliebt, wird nicht funktionieren – und vermutlich irgendwann zerbrechen. Als Identifikationsfläche taugt eine EU jedenfalls definitiv nicht!
Seht ihr es anders?