Kritik ohne Konsequenz ist Zustimmung
Menschen sind schon seltsam. Warum? Darum:
Ich schaue mir gerade die aktuelle ZDF-Prognose zur morgigen Landtagswahl in Baden-Württemberg an – und frage mich ernsthaft, ob wir in Deutschland wirklich nachdenken - oder einfach ritualisiert denselben Film immer wieder anschauen.
Grüne und CDU liegen erneut vorne.
Gleichzeitig wundern sich viele darüber, dass extreme Parteien links und rechts stärker werden.
Mich wundert eher das Gegenteil.
Schauen wir uns nur einige der Fakten der letzten Jahre an.
Die Bundes-CDU versprach im Wahlprogramm: „Wir halten an der Schuldenbremse fest.“ Realität: Grundgesetz wurde geändert – und ein kreditfinanziertes 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen geschaffen.
Im Koalitionsvertrag steht: Die Stromsteuer soll für alle um mindestens 5 Cent pro kWh sinken. Passiert ist das nicht. Die Entlastung kam vor allem für Industrie und Landwirtschaft – private Haushalte warten weiterhin.
Die CDU versprach im Wahlkampf: Lieferkettengesetz abschaffen.
Heute gilt es weiterhin – nur leicht verändert.
Und dann Baden-Württemberg: Die Grünen regieren das Land seit über einem Jahrzehnt.
Bilanz:
1️⃣ Schwache Entwicklung im Verkehrssektor trotz grünem Kernanspruch:
Emissionen liegen weiterhin auf dem Niveau von 1990 - ein strategisches Zielversagen.
2️⃣ Schlechtere Zuverlässigkeit im ÖPNV; Püntlichkeit im Land sinkt auf 80 Prozent 2024.
3️⃣ Wohnungsbaukrise
2024 wurden in Baden-Württemberg 27 Prozent weniger Wohnungen genehmigt als im Vorjahr; die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen in Wohngebäuden sank um 17 Prozent.
4️⃣ Standortpolitik hat den industriellen Abschwung nicht abgefedert
Die Kombination aus realem BIP-Rückgang 2024, schwachen Exporten und sinkender Industriebeschäftigung spricht dafür, dass Baden-Württemberg wirtschaftspolitisch zuletzt eher verwaltet als erneuert wurde.
5️⃣ Höherer Schuldensockel und nur begrenzte strukturelle Entlastung
Die Verschuldung des Landes lag Ende 2025 bei 60,8 Milliarden Euro. 2019 lag sie bei 45,8 Milliarden Euro.
Gleichzeitig ermittelt in Heilbronn die Staatsanwaltschaft gegen einen Rentner, weil er den Bundeskanzler als „Pinocchio“ bezeichnet hat.
Und ausgerechnet der einstige Hoffnungsträger der CDU, Carsten Linnemann, deutet nun selbst an, dass Steuer- oder Abgabenerhöhungen künftig nicht ausgeschlossen seien.
In Baden-Württemberg tritt mit Cem Özdemir ein Spitzenkandidat an, auf dessen Wahlplakaten der Parteiname "Grüne" verschwunden ist - anscheinend sind sie ihm peinlich.
Stattdessen: Platte Botschaften wie seinerzeit bei Merkel – „Sie kennen ihn.“
Und dann schauen wir auf das Politbarometer. Grüne und CDU vorne.
Ganz ehrlich: Das ist doch wie fünfmal den Film Titanic anschauen – und jedes Mal hoffen, dass das Schiff diesmal nicht untergeht!!!
Was übersehe ich - kann es jemand erklären? Warum liegen genau die Parteien vorne, deren Bilanz ebenso desaströs wie die Einhaltung ihrer Versprechen ist?