Massenbewegung statt Einzelfall: Der Bürger zieht den Stecker

Gastauthor

von Markus Milz

20.10.2025

1760873215186

Gerade etwas gelesen, das…


…mir gute Laune macht:


Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hält die Zwangsabgabe des Rundfunkbeitrags für potenziell verfassungswidrig, wenn die Sender ihre Programmvielfalt „grob verfehlen“.


Hintergrund:

Fast vier Millionen Haushalte - jeder zehnte - in Deutschland verweigern mittlerweile den Rundfunkbeitrag oder zahlen verspätet.


Über 22 Millionen Mahnverfahren. 1,2 Millionen Vollstreckungen.


Das nennt man nicht mehr „Einzelfälle“. Das nennt man Massenbewegung.


Und das alles bei einem System, das jährlich 8,74 Milliarden Euro an Gebühren einsammelt.


Zum Vergleich: Die britische BBC macht mit rund 4,28 Milliarden Euro das Doppelte an Vielfalt, Internationalität und Innovation.


Was läuft hier also schief?


Vielleicht das: In Deutschland wird Vielfalt oft mit Bürokratie verwechselt – und Unabhängigkeit mit Selbstzufriedenheit. Kritik wird als „Angriff auf die Demokratie“ gebrandmarkt – statt als Chance zur Reform.


Vielleicht ist genau das der Moment, an dem das System merkt: Es lebt nicht mehr von Zwang, sondern nur von Vertrauen, welches in Scharen abhanden kommt.


Wenn Millionen Menschen aussteigen, ist das ein Weckruf.


Ich nenne das aktuelle Urteil einen Hoffnungsschimmer – und die Quittung für ein System, das den Bürger zu oft unterschätzt.


Vielleicht ist genau das die gute Nachricht:

Je mehr Druck auf den Apparat kommt, desto größer wird der Raum für Neues – z.B. für unabhängige, digitale, freie Medien, die wirklich informieren statt belehren.


Oder wie seht ihr das?