Ressourcen gibt es. Bewusstsein fehlt.
Ich habe seit Jahren nichts mehr für Lebensmittel bezahlt. Null Euro.
Bzw. so gut wie nichts.
Wie oft lese ich Beiträge wie unten und höre Sätze wie
"Es ist alles so teuer geworden - ich kann mir gutes Essen nicht mehr leisten."
"Wir müssen dringend Reichensteuern erhöhen und umverteilen."
"Wir müssen Schulessen in ganz Deutschland kostenfrei anbieten - nicht nur in Berlin."
Letzteres führt übrigens dazu, dass beauftragte Caterer vor die fast unmögliche Aufgabe gestellt werden, "die richtige Menge an Schulessen" bereitzustellen. Denn so lange Essen "etwas" kostet, melden Eltern ihre Kids stets rechtzeitig vom Schulessen ab, wenn diese beispielsweise krank sind. Da es aber "egal" ist weil es ja eh nix kostet tun sie eben dieses NICHT. Und da Caterer nur die abgeholten Essen bezahlt bekommen, müssen diese notgedrungen Weltmeister in Statistik und Schätzungen werden.
So viel zum Thema "Preis als Signalfunktion" und einer der Gründe, warum sozialistische Gesellschaften ohne Marktpreise nicht funktionieren.
Täglich liegen in den Garageneinfahrten von 500.000 Menschen in Deutschland und Österreich Unmengen an Lebensmitteln herum - z.B. in unserer.
Kostenlos. Komplett essbar. Bereit zum Mitnehmen.
Und das ist nicht die Ausnahme – das ist überall so.
Wir haben:
✔ gigantische Mengen überschüssiger Lebensmittel
✔ tausende lokale Verteilstellen
✔ eine aktive Foodsaving-Community
✔ offene Kühlschränke, Garagen, Initiativen und Apps
Was fehlt?
👉 Das Bewusstsein dafür.
Die häufigste Besuchsgruppe dort?
Nicht die Bedürftigen, die sich Essen nicht leisten können.
Sondern Menschen, die sagen:
„Ich zahle nicht mehr als nötig – und rette Lebensmittel statt sie wegzuwerfen.“
Wie wir.
Ich beobachte dort drei Gruppen von Menschen:
1️⃣ Menschen, die wirklich Unterstützung brauchen
2️⃣ Menschen, die aus kultureller Verbundenheit ungern Lebensmittel verschwenden
3️⃣ Und eben die größte Gruppe: Smart-Shopper, die sagen:
„Warum sollte ich Lebensmittel wegwerfen lassen oder sie bezahlen, wenn ich sie retten kann?“
Vielleicht ist genau das der smartere Umgang mit unseren Ressourcen.
Lebensmittel sind da.
Man muss nur hingehen.
Die, die am lautesten nach Umverteilung rufen, sind oft genug die am wenigsten nachhaltigen.
Oder wie seht ihr es?
Übrigens - Link zu der Initiative, in der wir uns engagieren (es gibt viele!).