Vertrieb ist wie Liebe, weil...
Vertrieb ist wie Liebe, weil …
… man sich öffnet, Vertrauen aufbaut und am Ende im besten Fall beide Seiten gewinnen.
Nein, Quatsch - auch wenn Google das so vorschlägt. 😄
Was ich allerdings nachvollziehen kann, ist, warum das Thema Vertrieb bei vielen Menschen ein teilweise ablehnendes Gefühl auslöst.
Vor 30 Jahren war es bei mir ähnlich, weil Vertrieb für mich damals alles war, nur nicht etwas, das ich mit Substanz oder gar mit einer gewissen intellektuellen Tiefe verbunden hätte.
Vertrieb war mir nicht akademisch genug (es gibt hunderte von deutschen Lehrstühlen, die sich mit "Marketing" beschäftigen - aber nur eine Handvoll, die das mit Vertrieb tun...), nicht das, womit man sich ernsthaft beschäftigen sollte, wenn man sich selbst als jemand versteht, der strukturiert denkt, analysiert und Dinge durchdringen will.
Gleichzeitig war mein Bild geprägt von Klischees, die wir alle kennen: vom Klinkenputzer, vom Aufschwatzer, vomjenigen, der dem Eskimo den Kühlschrank verkauft und Menschen eher nervt als hilft.
Genau diese Bilder werden bis heute ja auch regelmäßig bedient, sei es durch Filme wie „Wolf of Wall Street“, durch Geschichten aus der Finanzwelt oder durch eigene negative Erfahrungen.
Ich hielt vor Kurzem eine Keynote an einer ostdeutschen Universität. Im Vorfeld wurden die Studierenden gefragt, welches Bild sie vom Vertrieb haben. Die Antworten waren deutlich: Vertriebler können nichts, haben keine vernünftige Ausbildung, haben keine echten Karriereperspektiven, verdienen schlecht und sind im Grunde nichts, was man selbst jemals werden möchte. Krass!
Dabei sollte doch jedem klar sein: Vertrieb ist kein Beruf, verhandeln, verkaufen und kommunizieren ist ein Prinzip, das sich durch unser gesamtes Leben zieht:
Wenn du dich um einen Job bewirbst, dann verkaufst du dich, deine Fähigkeiten, deine Persönlichkeit; wenn du mit deinem Chef über eine Gehaltserhöhung sprichst, dann verhandelst du, positionierst deinen Wert, wenn du deine Freunde davon überzeugen möchtest, abends doch lieber ins Kino statt essen zu gehen, dann befindest du dich in einer klassischen Entscheidungssituation, in der du versuchst, deine Lösung als die bessere darzustellen.
Und selbst wenn wir jemanden daten, uns von unserer besten Seite versuchen zu zeigen, dann ist auch das nichts anderes.
Für mich ist Vertrieb die Fähigkeit, Menschen und Organisationen zu verstehen, Situationen richtig einzuordnen, Mehrwerte sauber herauszuarbeiten und Entscheidungen so zu begleiten, dass am Ende beide Seiten davon profitieren.
Das ist im Kern auch das, womit wir uns bei Milz & Comp. GmbH beschäftigen: Vertrieb nicht als Zufallsprodukt, nicht als Talent einzelner „Vertriebler-Typen“, sondern als systematisch gestaltbares Zusammenspiel aus Strategie, Prozessen, Struktur und Führung zu verstehen, als etwas, das man lernen, entwickeln und vor allem reproduzierbar machen kann.
Was wäre eure Definition?