Von Option C zur Sackgasse – so blockieren wir uns selbst

Gastauthor

von Markus Milz

18.08.2025

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Warum die erfolgreichsten Unternehmen alle aus den USA kommen:


Wenn man sich die 100 wertvollsten Unternehmen der Welt anschaut, so sind aktuell noch drei deutsche Unternehmen - Telekom, SAP und Siemens vertreten.


Die ersten 12 – von SaudiAramco abgesehen – sind amerikanisch.


Und sind digital, technologiegetrieben – und waren meist vor 50 Jahren noch nicht existent. Nvidia wurde 1993 gegründet, Microsoft 1975, Apple 1976, Amazon 1994, Google/Alphabet 1998/2015 und Facebook/Meta 2004 – um nur die sechs wertvollsten zu nennen.


Europa steht heute für „die alte Welt“ – Amerika und Asien für „die neue“.


Möglicherweise ist in einer gesättigten Gesellschaft sowohl die Nachfrage nach materiellen Produkten geringer geworden wie auch der Hunger nach Erfolg und die Lust auf Einsatzbereitschaft.


Ich glaube, es ist allerhöchste Zeit umzumanövrieren, zu innovieren, auszuprobieren, Fehler zu machen, hinzufallen, wieder aufzustehen, Krönchen zu richten und weiterzumachen. Statt alles totzuregulieren.


Wir haben in Europa seit Ende des 2. Weltkrieges einen wahnsinnigen Fortschritt erzielt, ein wahnsinniges Vermögen und irrsinnigen Wohlstand aufgebaut.


Wir riskieren nichts mehr, weil wir zu viel zu verlieren haben.


Echte Innovationen geschehen nur noch selten aus den alten Industriegiganten heraus – fast immer sind es flinke Start-ups, die „die Alten“ vor sich hertreiben.


Einer der größten Bremsklötze für Fortschritt in Deutschland ist m.E. unsere fehlende Fehlerkultur. Entscheidungen werden so lange abgesichert, verwässert und aufgeschoben, bis sie in endlosen Runden von immer mehr Beteiligten durchgekaut wurden. Die Zahl der Entscheider in Buying-Centern ist in den letzten 50 Jahren von vier auf inzwischen elf bis vierzehn gestiegen. Wir haben immer weniger Mut zur klaren Verantwortung.


Wenn dann doch eine Entscheidung ansteht, geben Unternehmen sie gerne ab – an McKinsey & Co.. Für zwei Millionen Euro wird ein Jahr lang analysiert und am Ende die Empfehlung „Option C“ ausgesprochen. Alle nicken, alle committen sich.


Und wenn sich nach sechs Monaten herausstellt, dass Option A die bessere Wahl gewesen wäre – es gibt kein Zurück. Niemand will eingestehen, dass ein Fehler gemacht wurde. Die eigene Karriere stünde auf dem Spiel, der Aufsichtsrat würde fragen, warum Millionen verschwendet wurden. Also bleibt man auf Kurs – wissend, dass es der falsche ist – und hofft nur, dass die Amtszeit endet, bevor die Folgen sichtbar werden.


In den USA läuft es anders. Dort trifft man Entscheidungen schneller, auf Basis von gesundem Menschenverstand. Man probiert Option C, merkt bald, dass es falsch war – und dreht konsequent um. Fehler sind kein Stigma, sondern Teil des Systems. „Trial and Error“ ist gelebte Kultur, Scheitern ein Baustein von Erfolg.


Deshalb sind Amerika und Asien schnell - während wir im Zweifel lieber nichts entscheiden, anstatt eine falsche Entscheidung zu riskieren.