Was haben Business, Liebe und Krieg gemeinsam?

Gastauthor

von Markus Milz

13.11.2025

1762689846581

Was haben Business, Liebe und Krieg gemeinsam?


Manchmal ist das mutigste Wort ein Nein. Im Business, in der Liebe - und vor allem im Krieg. Politische PR endet dort, wo militärische Realität das Wort ergreift. Genau das erleben wir jetzt in der Ukraine, wo sichtbar ein neues Kapitel anbricht.


Russlands massiver Angriff vom 8. November hat gezeigt, dass kein westliches System eine hundertprozentige Luftabwehr garantieren kann. Energie, Gas und Logistik der Ukraine stehen massiv unter Druck. Energieanlagen, Bahnstrecken und Gasnetze wurden schwer getroffen. Millionen saßen zeitweise im Dunkeln.


Doch während Bomben fielen, platzte in Kiew ein noch größeres Tabu:


Der ukrainische Generalstabschef Andrij Hnatow hat sich erstmals öffentlich über Präsident Selenskyj gestellt – vor laufender Kamera. Eine stille Revolution. Das Militär will militärisch entscheiden, nicht politisch. Er sagte sinngemäß: „Wir treffen militärische Entscheidungen selbst – die Politik wird informiert, wenn es getan ist.“


Das mag nach Machtkampf klingen, ist aber in Wahrheit ein Akt der Systemrettung: Wenn politisches Storytelling an seine Grenzen stößt, übernehmen Pragmatiker.


Das war mehr als eine Bemerkung. Es war ein Wendepunkt. Denn es war das Eingeständnis, dass der politische Durchhalte-Narrativ an seine Grenze gekommen ist.


Und vielleicht war es auch das erste sichtbare Signal: Die Vernunft beginnt wieder zu sprechen.


Zugleich erreicht die Zahl der Desertionen Rekordhöhen – über 180 000 Fälle seit Jahresbeginn, über 21 000 Soldaten allein im Oktober. Die Gesellschaft zieht die wirtschaftliche und menschliche Bilanz. Niemand kann endlos auf Kredit von Leben und Ressourcen Krieg führen. Diese Zahlen erzählen von einem Erschöpfungszustand, der keine ideologischen Parolen mehr trägt. Wenn selbst die kämpfende Truppe kollektiv „Nein“ sagt, ist das nicht Niederlage – es ist ein Aufschrei nach Vernunft.


Manche hier mögen diese Entwicklung beklagen – oder als Indikator lesen, dass eine erschöpfte Nation nach einem Ausweg sucht.


Wir sehen Signale, dass Frieden wieder denkbar wird, ich persönlich finde das großartig.


Doch eines irritiert:


Während internationale Agenturen täglich darüber berichten, bleibt es in Deutschland erstaunlich leise.


Vor diesem Hintergrund frage ich erneut:


Wofür zahlen wir fast 9 Milliarden Euro im Jahr an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wenn er uns über solch epochale Entwicklungen kaum informiert?


Siehe zum Thema auch hier