Wer nichts riskiert, entscheidet anders
Mein erfolgreichster Börsendeal...
...ist 34 Jahre her. Und er war komplett fiktiv.
1992, siebtes Semester BWL in Köln: Mein Kommilitone Robert und ich machen in zehn Wochen 16.383,09 D-Mark „Gewinn" – aus 100.000 fiktiven Mark. Bestes von 508 Teams. Ich fühlte mich wie Gordon Gekko.
Der erste Haken: Spielgeld. Der zweite: siehe Anzug auf dem Foto.
Mit Spielgeld und der Furchtlosigkeit eines 24-Jährigen sieht jeder aus wie ein Genie.
Was ich damals noch nicht wusste: Dass ECHTES Risiko völlig anders als Spielgeld diszipliniert – nämlich dann, wenn echte Kunden, echter Umsatz und echte Gehälter dranhängen.
Und wenn es das EIGENE Gehalt und das eigene Risiko ist - dann nochmal um den Faktor 10 mehr! Ich kann ein Lied davon singen - als seit 26 Jahren Selbständiger mit mehreren Unternehmen...
Genau dieses Planspiel hat mir übrigens beigebracht, dass ich lieber verstehe, WIE Unternehmen ihr Geld verdienen, als darauf zu wetten. Und mich dazu gebracht, Unternehmen lieber dabei zu unterstützen, es noch erfolgreicher zu tun - auch und vor allem in transformativen Zeiten wie diesen. DAS mache ich jetzt seit über 30 Jahren – nur nicht an der Börse, sondern v.a. im Mittelstand.
Ehrliche Frage in die Runde: Sollten Entscheider grundsätzlich mehr eigene Haut im Spiel haben – im Unternehmen (z.B. angestellte Vorstände und Geschäftsführer) wie in der Politik? Ich freue mich ausdrücklich auch über Gegenargumente.
P.S.: Das echte Preisgeld der Stadtsparkasse war übrigens – soweit ich mich erinnere - gar nicht so übel - 2.500 Mark.
P.P.S.: Aus „Wirtschaft verstehen" sind inzwischen acht Bücher geworden. Nummer neun ist fast fertig – Aktien- oder Modetipps stehen nicht drin 😉