Wir haben verlernt, zu handeln – und verlernt, zu vertrauen

Gastauthor

von Markus Milz

30.10.2025

1762101105938

Ich habe dieses Foto gesehen und musste kurz lachen. Aber dann folgte Wut:


Weil dieses Schild für mich steht wie ein Spiegelbild unserer Gegenwart: Wir glauben, wir könnten uns vor der Welt schützen, indem wir sie verbieten.

Dieses Bild steht für ein Land, das sich selbst misstraut.


Ein Land, das glaubt, mit Worten könne man Wirklichkeit verhindern.


Früher waren wir ein Land der Ingenieure, der Denker, der Schaffer.


Heute sind wir ein Land der Verbote, Formulare und moralischen Leitplanken. Wir fürchten Risiken so sehr, dass wir selbst die Lösung zum Risiko erklären.


Erst ruinieren wir unsere Energieversorgung im Namen der Moral – schalten die sichersten Kernkraftwerke der Welt ab, um Kohle aus Übersee zu importieren.


Dann entdecken wir die „Zeitenwende“ und rüsten uns – auf dem Papier. Wir nehmen 100 Milliarden auf, aber kein Cent fließt dorthin, wo er gebraucht wird. Wir bestellen Ausrüstung, die nicht funktioniert, und feiern Prozesse, die nichts bewirken. Wir haben eine Armee, die offiziell „kriegstüchtig“ werden soll – ohne Material, ohne Strategie, ohne Rückgrat.


Das alles ist kein Zufall, sondern das Resultat einer Kultur, die alles bewertet, aber nichts mehr kann.


Verantwortung wird vermieden, weil sie unbequem ist.


Und so ersetzt man Handeln durch Haltung – im Energiesystem, in der Wirtschaft, in der Verteidigung.


Wir sind ein Land, das einst für Pragmatismus stand – und jetzt im moralischen Nebel treibt.


Während wir über Quoten, Pronomen und Befindlichkeiten diskutieren, zerbröckeln Brücken, Schulen, Betriebe.


Ich erinnere mich an eine Zeit, in der man Fehler machte, sie korrigierte – und weiterarbeitete. Heute machen wir keine Fehler mehr, weil wir gar nichts mehr tun. Wer nichts macht, macht auch keine Fehler, heißt es.


Was für ein Riesenirrtum: Nichts tun aus Angst Fehler zu machen ist an sich der allergrößte Fehler überhaupt. Gilt für Volkswirtschaften ebenso wie für Unternehmer und Individuen.


Das Leben IST lebensgefährlich - und endet IMMER tödlich - das ist nun einmal der Lauf der Dinge!


Das Schild ist harmlos – aber das Denken dahinter lähmt ein ganzes Land.


Wir haben Angst zu handeln, weil Handeln angreifbar macht.


Nichtstun ist kein Schutz – es ist Kapitulation.


Ich will wieder ein Deutschland, das sich etwas traut.

Das baut, statt bremst. Das schützt, weil es stark ist – nicht weil es Schilder aufstellt.

Ich will kein Land, das sich durch Piktogramme verteidigt.

Ich will ein Land, das wieder anpackt, produziert, funktioniert.

Ein Land, das stolz ist auf das, was es schafft – nicht auf das, was es verbietet.

Ein Land, das wieder ernst genommen wird in der Welt und nicht ausgelacht.


Wer außer mir noch?