Wir sind Unternehmer, keine Antragsteller
Wir sollten dem Staat nicht...
...danken, dass er uns „unter die Arme greift“.
Wir sollten froh sein, wenn er die Hände aus unseren Taschen nimmt.
Wir leben in einem Land, in dem Verantwortung abgegeben und Bequemlichkeit belohnt wird. Aber was, wenn der Bär plötzlich auftaucht?
Oft ist es schwer, Motivation zu finden.
Nicht aber, wenn sie dich findet – wie es momentan viele am eigenen Leib erfahren.
Viele KMUs in Deutschland erleben gerade genau das: Sie werden von der Realität eingeholt. Von Märkten, die sich verändern. Von Geschäftsmodellen, die nicht mehr tragen. Von Kunden, die anders entscheiden.
Anstatt neue Wege zu suchen, hoffen viele auf "die Politik". Auf Förderungen. Auf Schutz. Auf Rettung.
Das ist verständlich. Aber gefährlich.
Denn jedes Mal, wenn der Staat „unter die Arme greift“, greift er gleichzeitig in unsere Taschen – und nimmt uns dabei Stück für Stück die wichtigste Triebkraft jedes Unternehmers und jedes Individuums: die Eigenverantwortung.
Der Mittelstand – Rückgrat unserer Wirtschaft – ist zunehmend gelähmt.
Nicht, weil er keine Ideen hätte.
Sondern, weil er gelernt hat, dass Warten oft bequemer ist als Handeln. Dass Anträge leichter sind als Entscheidungen. Dass man sich im politischen Windschatten wärmer fühlt als im freien Marktsturm.
Und so entsteht eine paradoxe Situation:
Unternehmen, die einst aus Pioniergeist geboren wurden, wirken heute wie Behörden – planungssicher, aber mutlos.
Sie beklagen Fachkräftemangel, Energiepreise, Bürokratie, aber vergessen, dass Unternehmertum nie bequem war.
Und Mitarbeitende erfahren, dass Work-Life-Balance kein Ersatz für Leistungsbereitschaft ist.
Gleichzeitig wird in Medien und Politik das Narrativ gepflegt, dass der Staat uns schützt, lenkt, trägt – und dass Verantwortung delegierbar sei.
Das Ergebnis ist eine Gesellschaft, die sich eher auf das konzentriert, was fehlt, statt sich über das zu freuen, was da ist.
Wer sich über das freut, was er hat, hat keine Zeit mehr, über das zu klagen, was er nicht hat.
Wir leben in einer Demokratie – und das ist gut so.
Der Nachteil: Zwei Dumme können einen Gescheiten überstimmen.
Und genau das passiert, wenn politische Mehrheiten kurzfristige Bequemlichkeit über langfristige Vernunft stellen.
Vielleicht ist das der Grund, warum heute so viele Mittelständler in den Rüstungssektor drängen:
Nicht, weil sie plötzlich Lust auf Panzer haben – sondern, weil es die letzte Branche ist, in der der Staat noch kauft, statt zu regulieren. (Siehe hierzu meinen gestrigen Beitrag)
Höchste Zeit, wieder zu lernen, was Unternehmertum wirklich bedeutet:
Mut, Verantwortung, Entscheidungsfähigkeit.
Und manchmal eben auch, zu rennen oder in die Pedale zu treten – nicht, weil uns jemand schiebt, sondern, weil wir selbst etwas bewegen wollen.
Oder wie seht ihr das? Schreibt mir hier gerne eure Ansicht.