Zeit für ein Comeback der Macher

Gastauthor

von Markus Milz

29.10.2025

1762090479036

Was ich mich ja seit Jahren frage:


Wann fangen wir wieder an, Wert zu schaffen?


Ich erinnere mich an eine Zeit, in der wir noch wussten, was Wertschöpfung bedeutet.


Als eine Waschmaschine aus Deutschland 30 Jahre hielt und nicht nur bis zum Ende der Ratenzahlung.


Seit Jahren entfernen wir uns Schritt für Schritt von der realen Wirtschaft.


Die 1990er waren die Zeit der Ingenieure – Produkte, Präzision, Zuverlässigkeit. „Made in Germany“ war ein globales Versprechen: Funktion statt Fassade.


Dann kam die große Verwechslung. Wir wollten nicht mehr effizient, verlässlich, solide sein. Wir wollten gut sein – moralisch gut.


Wir haben uns in eine Symbolökonomie verirrt.


Wir retten Klima, Moral und Welt gleichzeitig – nur nicht unsere eigene Substanz.


Politik und Verwaltung regulieren bis zum Stillstand. Unternehmen investieren lieber in Compliance als in Innovation.


Wir regulieren, missionieren, moralisieren – aber wir produzieren kaum noch.

Wir reden von Nachhaltigkeit, während wir Dinge bauen, die keine zehn Jahre halten.


Die Industrie wurde zur Belastung und zum Klimasünder erklärt, das Handwerk zur Nebensache - lieber Influencer sein als sich die Hände dreckig machen.


Und wir glaubten, uns Wohlstand durch Haltungsnoten erhalten zu können.


Die, die darauf hinwiesen, galten als rückständig, rechts oder Nazi.


Ingenieure gehen frustriert ins Ausland, weil sie nicht mehr entwickeln, sondern nur noch dokumentieren dürfen.


Dann kamen Verkehrs- und Energiewende – oder das, was man dafür hielt. Der Verbrenner wurde verteufelt, der Strompreis explodierte.


Ich sehe Massen von Mittelständlern, die ihre Werke schließen, weil sie den Strom nicht mehr bezahlen können.


Und gleichzeitig lese ich, wie Influencer ihre neue „Sinnökonomie“ feiern.

Wir sind ein Land geworden, das lieber redet als arbeitet, lieber verteilt als erschafft.


Ein Land, das vergessen hat, dass man Substanz nicht twittern kann.


Kein Land kann dauerhaft von Verwaltung und Kommunikation leben.


Was passiert, wenn der letzte, der noch etwas produziert, aufhört?


Wenn der letzte Landwirt aufgibt, der letzte Mittelständler zumacht, der letzte Ingenieur nach Schweden, USA, Kanada oder Dubai auswandert?


Dann werden wir erkennen, dass Likes keine Brötchen backen.


Was meint ihr: Wann fangen wir wieder an, Wert zu schaffen?