Zukunft bauen oder Wohlstand verwalten?
Höhle oder Hochtechnologie? Es gibt...
...Volkswirtschaften, die Zukunft gestalten.
Und es gibt Volkswirtschaften, die ihre Vergangenheit verwalten.
Es gibt Volkswirtschaften, die denken strategisch in Dekaden.
Und es gibt Volkswirtschaften, die denken maximal in Legislaturperioden. Wenn sie überhaupt denken.
Wenn in den Ranglisten kaum europäische Länder auftauchen – ist das Zufall?
Oder Symptom einer strukturellen Selbstzufriedenheit? Oder nur Ausdruck einer bereits hohen Basis? Aber die hat China auch...
Man kann eine Volkswirtschaft daran messen, worin sie investiert, wenn es unbequem wird.
Investiert sie in:
– Transferzahlungen oder Technologien?
– Konsum oder Kapitalbildung?
– Gegenwartssicherung oder Zukunftsoptionen?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
Die stärksten Wachstumsraten bei F&E-Ausgaben kommen aus Ländern, die strategisch aufholen – nicht aus jenen, die sich technologisch „etabliert“ fühlen.
Die am schnellsten wachsenden F&E-Investitionen seit 2000 kommen überwiegend nicht aus den klassischen westlichen Industrienationen.
Andere Länder bauen systematisch Kompetenzen in KI, Biotechnologie, Halbleitern, Verteidigungstechnologie und Deep Tech auf. Nicht als PR-Projekt – sondern als industriepolitische Priorität.
"Nach Analysen des Australian Strategic Policy Institute liegt China in 66 von 74 untersuchten Schlüsseltechnologien vorn - von Kernenergie über synthetische Biologie bis zu Satellitentechnik. Die USA führen nur noch in acht Feldern, darunter Quantencomputing. Anfang der 2000er Jahre war das Kräfteverhältnis umgekehrt" schreibt Sebastian Matthes vom Handelsblatt.
Zufall? Wohl kaum.
Was sehen wir in in Europa?
- Regulierung vor Skalierung.
- Risikovermeidung vor Risikokapital.
- Verteilung vor Wertschöpfung.
Dabei ist die Kausalität klar:
Wer Innovation vernachlässigt, verliert Produktivität.
Wer Produktivität verliert, verliert Wettbewerbsfähigkeit.
Wer Wettbewerbsfähigkeit verliert, verliert Wohlstand.
Haben wir beschlossen, technologisch wieder Zuschauer zu werden?
Oder ist das eine Fehlinterpretation meinerseits?
Was ist eure Sicht:
Sind wir strategisch unterinvestiert – oder sehe ich das einfach zu schwarz?