Die teuerste Entscheidung ist die, die Sie nicht treffen

Gastauthor

von Markus Milz

22.10.2026

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Die meisten werden diesen Beitrag lesen, nicken und denken: „später“.


Ich kann das gut verstehen, denn ich kenne das Muster aus vielen Gesprächen. Ein Geschäftsführer erzählt mir, dass KI bei ihm ganz oben auf der Liste steht. Er hat Artikel gelesen, einen Vortrag gehört und weiß, dass er etwas tun muss. Dann sagt er den Satz, den ich inzwischen auswendig kenne: „Das gehen wir nächste Woche an."


Aus der nächsten Woche wird das nächste Quartal, weil gerade ein großer Auftrag reinkommt. Aus dem nächsten Quartal wird ein Punkt für die Strategieklausur im Frühjahr, weil man das Thema ja ordentlich angehen will. Und in der Strategieklausur stellt jemand fest, dass der Wettbewerber seine Angebote inzwischen in der Hälfte der Zeit schreibt.


Niemand hat in dieser Geschichte etwas falsch gemacht, denn jede einzelne Verschiebung war vernünftig. Genau das macht das Aufschieben so gefährlich. Es fühlt sich nie wie eine Entscheidung an, ist aber eine.


Bei KI kommt noch etwas hinzu. Den Vorsprung, den sich andere gerade erarbeiten, kann man später nicht einfach dazukaufen. Erfahrung entsteht nur durch Machen, und jeden Monat, in dem ein anderer ausprobiert, lernt und besser wird, bekommt man selbst nicht zurück.


Deshalb habe ich eine Bitte an Sie. Wenn Sie beim ersten Satz dieses Beitrags innerlich „später" gedacht haben, dann nehmen Sie das ernst.


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