Eine Billion Euro Steuern. Und trotzdem reicht das Geld nicht?
Eine Billion Euro Steuereinnahmen. Und wir sollen glauben, ...
... dass Deutschland sich nichts mehr leisten kann?
Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.
2027 erwartet der Staat 1.044 Milliarden Euro Steuereinnahmen.
Fast elf Milliarden mehr als bisher prognostiziert.
Gabor Steingart schreibt dazu: „Klingbeil blamiert: Nicht Haushaltsloch, sondern Rekordeinnahmen.“
Ich finde, er hat einen Punkt.
Wie lange wollen wir noch akzeptieren, dass aus Berlin bei jeder wichtigen Entlastung reflexartig kommt:
DAFÜR ist kein Geld da!
Stellt euch einen Geschäftsführer vor, der Jahr für Jahr neue Umsatzrekorde feiert und gleichzeitig erklärt, dass für dringend notwendige Investitionen kein Geld vorhanden ist.
Irgendwann würde man doch fragen: „Geht's noch?“
Erst letzte Woche habe ich hier https://lnkd.in/p/eM6SbwHy vorgerechnet, was allein EIN Prozent mehr Effizienz bei den öffentlichen Ausgaben rechnerisch bedeuten würde.
Bei rund 2,2 Billionen Euro wären das 22 Milliarden Euro. Jedes Jahr!
Und jetzt habe ich mir den Finanzplan des Bundes bis 2030 angeschaut - die Zahlen haben es in sich!!!
Vergleich 2025 zu 2030:
🔺 Verteidigungsministerium: +209 %
🔻 Gesundheitsministerium: −23 %
🔻 Wirtschaftsministerium: −38 %
🔻 Forschungsministerium: −3,5 %
🔺 Bundesschuld-Etat: +137 %
Natürlich brauchen wir eine verteidigungsfähige Bundeswehr. Und natürlich sind Ministeriumsetats nicht identisch mit den Gesamtausgaben für Gesundheit oder Bildung.
Aber sind das wirklich die richtigen Prioritäten???
Während wir bei Zukunftsthemen um Milliarden ringen, steigen allein die jährlichen Zinsausgaben des Bundes laut Finanzplan von 29,9 auf 80,6 Milliarden Euro!
Wir sind nicht zu arm für eine bessere Zukunft. Wir sind nur erschreckend schlecht darin, unsere Möglichkeiten auszuschöpfen.
Und deshalb ärgert mich der Satz „Dafür ist kein Geld da“ so gewaltig, da hatte - ausnahmsweise - Bärbel Bas mal recht, als sie von "Bullshit" sprach!
Mich interessiert eure Meinung:
Ist diese Haushaltsplanung angesichts der aktuellen Bedrohungslage verantwortungsvoll?
Oder verlieren wir vor lauter Verteidigungsausgaben unsere wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft aus dem Blick?
Und meine Frage an alle Unternehmer hier:
Wenn Deutschland euer Unternehmen wäre: Würdet ihr der Geschäftsführung angesichts dieser Zahlen mehr Geld geben - oder zuerst einen überzeugenden Sanierungsplan verlangen?
(Quelle: Finanzplan des Bundes 2026–2030, Link im ersten Kommentar.)