Ich bin einfach zu blöd, teuer einzukaufen
Ich bin aber auch ein Schussel: Stets...
...kaufe ich zu günstig ein!
Gestern erzählten mir Freunde, ihr Sohn habe gerade bei der Bundeswehr angefangen. Ein Jahr Verpflichtung. Erstausstattung der Ausrüstung angeblich 18.000 Euro.
Ich habs nachrecherchiert - belegen konnte ich die konkrete Summe nicht. Plausibel ist sie angesichts von Schutzweste, Helm, Kampfbekleidung und weiterer Spezialausrüstung aber durchaus.
Ich hab mich vor einiger Zeit ebenfalls groß eingedeckt: Fürs Trekking im Hochgebirge. Richtig gute Schuhe. Ein tolles Zelt. Schlafsack, Rucksack, Funktionsbekleidung. Das volle Programm. Keine 2.000 Euro.
Okay, auf meinen Wanderungen wird hoffentlich niemand auf mich schießen. Der Vergleich hinkt also.
Allerdings habe ich darüber hinaus vielfältige Erfahrungen aus meiner eigenen Familie. Mein Schwiegervater ist Dialysepatient. Er benötigt einen Rollstuhl. Dafür werden rund 1.000 Euro Leihgebühren pro Jahr fällig, die von der Krankenkasse erstattet werden. Ein vergleichbares Modell gibt es für 500 Euro bei Amazon zu kaufen. Das wird aber nicht erstattet - darum kauft er keinen.
Ein Fahrdienst vom Roten Kreuz holt ihn drei Mal die Woche ab und bringt ihn vom Dialysezentrum zurück nach Hause. Kostet rund 3.000 Euro monatlich - und wird erstattet. Eine geeignete Taxilösung würde ca. 300 Euro kosten. Ist aber kompliziert mit der Erstattung.
Versteht mich nicht falsch. Ich möchte weder meinem Schwiegervater seine Versorgung streichen noch Soldaten ohne vernünftige Ausrüstung ins Gelände schicken.
Aber ich fänds schon cool, wenn jemand genauso sorgfältig auf den Preis schaut, wie er auf die Einhaltung der Vorschriften achtet - oder Geld so ausgeben würde, als wäre es sein eigenes.
Die Gesundheitsausgaben in Deutschland betragen rund 580 Milliarden Euro p.a., davon die gesetzliche Krankenversicherung 325 Milliarden, Pflegeversicherung 72 Milliarden.
Und wir diskutieren über Beitragserhöhungen - das vorhandene Geld reicht bekanntlich nie!
Was wäre eigentlich, wenn wir nur ein einziges Prozent effizienter würden?
5,8 Milliarden Euro.
Und weil ich gerade dabei war, habe ich auch mal auf die gesamten öffentlichen Ausgaben geschaut: 2,2 Billionen Euro im Jahr 2025.
Ein Prozent davon sind rund 22 Milliarden Euro. Jedes Jahr!
Übrigens, falls ihr denkt, ich übertreibe: Googelt einmal „Bundesrechnungshof Bemerkungen 2025“ oder „Schwarzbuch Steuerverschwendung“. Danach versteht ihr vielleicht, warum unter (Einkaufs-)Beratern stets der alte Spruch gilt (der sich auch in meinen Beratungsprojekten meist als wahr erwiesen hat...):
„Zehn Prozent sind immer drin!“
Jetzt würde mich interessieren: Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit öffentlicher Bürokratie oder unnötigen Kosten gemacht? Wir können hier in den Kommentaren ja mal ein eigenes Schwarzbuch mit absurden Geschichten sammeln, und Lars Klingbeil als kleine Hilfestellung zur Verfügung stellen.
Schätze, da könnten ein paar Geschichten zusammenkommen, oder? 😉