Regulatorik nervt. Und genau darin liegt Ihre Chance.
Warnung: Wer die Folie unten wirklich liest, schläft heute schlechter:
Ich habe gestern zehn Unternehmern gezeigt, was alles an Auflagen und Anforderungen für sie gilt. Einer sagte: „Ich wollte das gar nicht wissen."
So gilt z.B. seit heute Morgen die 24-Stunden-Meldepflicht des Cyber Resilience Act. Zwei Drittel der Branche wissen das nicht - um nur ein Beispiel zu nennen.
Gestern hat sich unser IT-Circle in Bonn getroffen. Thema: Compliance, Governance und weitere Regulatorik – und nun?
Bevor irgendjemand etwas gesagt hatte, habe ich eine Karte verteilt und gefragt: Compliance, Governance, Regulatorik – von 0 bis 10, wie ist das für euch?
0 heißt: Das erdrückt uns. Jede neue Pflicht bindet Köpfe, die wir im Kundengeschäft brauchen, und der Kunde zahlt dafür keinen Cent mehr.
10 heißt: Genau hier entsteht unser nächstes Geschäft. Wer Compliance beherrscht und verkaufen kann, gewinnt Aufträge, die andere gar nicht erst anbieten dürfen.
Das Ergebnis seht ihr auf dem zweiten Bild: 3, 4, 4, 5, 5, 6, 8, 9, 9, 10. Durchschnitt 6,3. Median 5,5. Einer hat auf seine Karte nicht nur eine 10 geschrieben, sondern „GRC" dazu, unterstrichen, mit einem Smiley in der Null. Für ihn ist das kein Ärgernis. Für ihn ist das ein Produkt.
Wir haben 8 Stunden über die andere Folie gesprochen: 53 Zeilen Recht, Normen und Nachweispflichten, die für einen ganz normalen deutschen IT-Dienstleister gelten.
Bürokratie kostet deutsche Unternehmen inzwischen rund 7 Prozent vom Umsatz - 2022 waren es 5. Jeder zusätzliche Prozentpunkt drückt den Umsatz je Beschäftigten um etwa 3 Prozent. Das ist kein Gefühl, das sind Zahlen, die von der Bundesbank stammen.
Gleichzeitig: Wer als Zulieferer von Behörden, Banken, Gesundheitswesen oder Rüstung leben will, kommt ohne saubere Nachweise gar nicht mehr auf die Longlist. Der Anteil von Security am IT-Budget hat sich in drei Jahren von 9 auf 18 Prozent verdoppelt. Compliance-Services wachsen zweistellig. 94 Prozent der Dienstleister wollen so etwas anbieten - nur 43 Prozent können es liefern.
Genau in dieser Lücke liegt das Geschäft.
Die unbequemste Erkenntnis des Tages war deshalb nicht juristisch, sondern vertrieblich: Die meisten im Raum sind besser aufgestellt, als sie nach außen zeigen. Sie haben ein Vertriebsproblem, kein Compliance-Problem.
Mein Fazit nach dem Tag: Die Frage „Fluch oder Chance" ist die falsche Frage. Die Kosten zahlt ihr ohnehin. Die einzige Entscheidung, die euch bleibt, ist, ob ihr den Ertrag mitnehmt.
Unsere Circles leben von genau solchen Runden - offen, vertraulich, ohne Verkaufsshow. Wer einmal reinschnuppern möchte: Sarah Volkmann (geb. Kuppinger) oder ich freuen uns über eine Nachricht. Hier geht's zu mehr Infos