Wachstum bis 2035 in schrumpfenden Märkten
Unternehmen, die 2035 noch wachsen wollen, ...
...sollten sich diese Weltkarte genau anschauen. Denn: Wie wächst man, wenn der eigene Markt schrumpft?
Ich liebe Visualisierungen. Eine gute Grafik sagt manchmal mehr über Strategie als 80 PowerPoint-Seiten.
Gestern habe ich darüber geschrieben, dass mir in Gesprächen mit Unternehmern und Führungskräften seit Jahren immer wieder dieselben Fragen gestellt werden:
Wie können wir wachsen, wenn um uns herum alles schrumpft?
Macht es überhaupt noch Sinn, in den Standort Deutschland zu investieren?
Wo liegen in den kommenden Jahren noch echte Wachstumsmärkte?
Und dann sehe ich diese Grafik:
- Deutschland: 16,6 % der Bevölkerung sind unter 18.
- Japan: 14 %.
- Südkorea: 12,9 %.
Und dann schaut man nach Afrika...
Ich musste dabei an ein Gespräch auf meiner gerade beendeten Reise denken.
Wir sprachen über Familien und Kinder.
Ein Local erzählte mir, sein Vater sei eines von 16 Geschwistern gewesen.
Ein anderer hatte zwölf Onkel und Tanten.
Ich erzählte, dass die Geburtenrate in Deutschland inzwischen bei gerade einmal 1,3 Kindern je Frau liegt.
Heute sei das bei ihnen allerdings auch anders, meinten meine Gesprächspartner. Der eine hat zwei Kinder, der andere drei.
Und dann sagte einer trocken:
„Unsere Eltern hatten halt auch kein WLAN.“
Wir haben herzlich gelacht.
Aber hinter der Pointe steckt eine ernsthafte strategische Frage:
Wo entsteht eigentlich das Wachstum der nächsten 10, 20 oder 30 Jahre?
Und was bedeutet das für ein deutsches Unternehmen?
Definitiv bedeutet es nicht "weiter so"!
Vielleicht bedeutet Wachstum künftig viel häufiger:
→ Rohertrag statt Umsatz steigern.
→ Mit KI Produktivität und Geschwindigkeit erhöhen.
→ After Sales, Service und Daten konsequenter monetarisieren.
→ Abhängigkeiten von einzelnen Kunden, Branchen und Regionen reduzieren.
→ Neue Kundensegmente und Anwendungen erschließen.
→ Intelligent diversifizieren, statt jedem vermeintlichen Wachstumsmarkt hinterherzulaufen.
→ Time-to-Market und Time-to-Quote radikal verkürzen.
→ Und sehr bewusst entscheiden, welche Wertschöpfung an welchem Standort künftig noch sinnvoll ist.
Genau mit diesen Fragen beschäftigen wir uns derzeit intensiv in unseren Strategieprojekten.
Häufig liegt das Wachstumspotenzial längst im Unternehmen - in Kundenstrukturen, Margen, Service, Cross- und Upselling, Daten, Geschwindigkeit oder bislang kaum systematisch betrachteten Märkten.
Auch in meinem aktuellen VDMA-Format zu strategischen Wachstumstreibern geht es deshalb nicht um die übliche Aufforderung „Mehr verkaufen!“, sondern um die systematische Frage, wo Umsatz, Marge und Servicepotenziale tatsächlich liegen und welche Initiativen davon wirklich Priorität verdienen.
Genau über diese Fragen werde ich in den kommenden Wochen ausführlich auf meinem YouTube-Kanal sprechen. Das entsprechende Video folgt.
Wer es nicht verpassen möchte: Kanal abonnieren. Den findest du hier:
Stay tuned. 😉
Wie seht ihr das Thema "zukünftiges Wachstum"?